| Zukunftsperspektiven und Handlungsfelder für Unternehmen und Region |


Die beiden folgenden Tabellen zeigen einige Kennziffern und enchmarking-Indikatoren für die Unternehmen und die Region. In der Tabelle unten wird der Zeitraum von 1995 bis 2003 beleuchtet, verschiedene Indikatoren werden in der weiteren Tabelle bis zum Jahre 2008 fortgeführt. 
| Aktuelle Unternehmenskennziffern für Deutschland:
Benchmark für die Region |

Prognosekennziffern für Deutschland:
Benchmark für die Region 


Die Fakten in Kürze:
 | Die Unternehmen werden starke Umsatzzuwächse haben.
|  | Nur im Bereich Gesundheit und Soziales wird das Umsatzwachstum von einem starken Aufbau in der Beschäftigung begleitet.
|  | Der stark internationalisierte Pharmabereich besitzt die höchsten Exportquoten und leistet die höchsten Beiträge zum Lohnniveau.
|  | Die Branche Forschung und Entwicklung, die für die Gesundheitswirtschaft eine starke Bedeutung hat, wird rund 11 % Beschäftigung aufbauen. |

Die Rahmenbedingungen, unter denen sich in Zukunft der Wettbewerb abspielen wird, werden durch folgende Trends gekennzeichnet:
- Wesentlicher Dynamikfaktor ist der Trend zur ambulanten Diagnose sowie zu Therapie- und Rehabilitationsleistungen, wodurch niedergelassene Ärzte, Krankenhäuser, ambulante Operationszentren und Rehabilitationszentren zu Konkurrenten werden.
- Die Fortschritte in Medizintechnik und Pharmazie erlauben neue Formen der Ablauforganisation sowie der Berufsgruppenübergreifenden Zusammenarbeit.
- Dynamikauslöser ist auch das Managementparadigma, steigende Versorgungsqualität bei tendenziell sinkenden Kosten zu realisieren.
- Dynamische Impulse gehen auch von den erklärten Strategien der meisten Gesetzgeber aus, durch Leistungsvergleiche zu abgesicherten, ökonomischen Leistungs- und Entgeltstrukturen vorzustoßen. Die Leistungsfähigkeit wird transparenter, die Qualität und die Zufriedenheit der Patienten werden sich erhöhen (Informationsmöglichkeit des Patienten über das Internet).
- Bildung von vertikalen Anbieternetzwerken.
- Internationalisierung der Leistungsangebote.
- Die Selbstbeteiligung der Versicherten wird zunehmen.
- Mergers und Acquisitions nehmen zu.
- In Zukunft werden nicht mehr einzelne Krankenhäuser miteinander im Wettbewerb stehen, sondern ganze Wertschöpfungsketten.
Das Krankenhauswesen, das einen wesentlichen Teil der Gesundheitswirtschaft der Region ausmacht, unterliegt folgenden Trends:
- Rund 27.900 Beschäftigte arbeiten in dem Kompetenzfeld Health- und Personal Care.
- Das private Krankenhauswesen (dazu gehören Krankenhäuser nach WZ Nr.: 85.11 mit folgenden Unterklassen: 85.11.1 Krankenhäuser, 85.11.2 Hochschulkliniken, 85.11.3 Vorsorge- und Rehabilitationskliniken) wird von Fachkliniken sowie Vorsorge- und Rehabilitationszentren dominiert. Die Nachfrage nach stationären Versorgungsleistungen steigt im Trend spürbar an, so dass die Gesundheitsgesetzgebung zunehmend bremsend eingreift. Ungeachtet dessen, sorgt die fortschreitende Überalterung der Bevölkerung für einen wachsenden Bedarf an medizinischer Behandlung und Pflege.
- Das Umsatzvolumen wird somit im Prognosezeitraum für die nächsten fünf Jahre zwar weiter zulegen, jedoch in der Dynamik in etwa dem Branchendurchschnitt im Dienstleistungssektor folgen. Der spezifische Umsatz je Unternehmen weist auf eine recht hohe Marktzugangsschwelle in der Branche hin. Neben medizinischorganisatorischen Erfordernissen wirken sich dahingehend auch die umfangreichen behördlichen Genehmigungsreglements im Gesundheitswesen aus.
- Der medizinische Fortschritt lässt mit der Apparateausstattung auch die Investitionssummen und den Kostendruck steigen. Die Notwendigkeit zur Kapazitätsauslastung legt daher größere organisatorische Einheiten nahe, so dass der Konzentrationsgrad merklich anzieht.
- Da private Anbieter im stationären Gesundheitswesen meist effizienter, d.h. kostengünstiger arbeiten als der öffentliche Sektor, können sie zum Teil von dieser Entwicklung profitieren. So werden in letzter Zeit viele kommunale Krankenhäuser entweder geschlossen oder von privaten Trägern übernommen.
- Die von den Krankenkassen getragenen Vergütungen orientieren sich nach dem Grundsatz der Beitragssatzstabilität, an den Einnahmen der gesetzlichen Krankenversicherung und an der Entwicklung der sozialversicherungspflichtigen Löhne und Gehälter. Durch die entsprechend bemessene Budget-Deckelung steigt somit, angesichts der stark expandierenden Leistungsnachfrage, der Druck auf die Preise. Gleichwohl verfügt die Krankenhausbranche noch über ein fühlbares Preiserhöhungspotenzial, zumal insbesondere Privatpatienten eher bereit sind, für die eigene Gesundheit einen Mehrbeitrag zu leisten.
- Insbesondere wird von der Einführung fallpauschalierter Krankenhausentgelte ab 2003 (verbindlich ab 2004) eine Verkürzung der durchschnittlichen Verweildauer der Patienten erwartet.
- Soweit es nicht zur kompensierenden Erhöhung der Fallzahlen kommt, führt dies zur Eindämmung der abgerechneten stationären Leistungen und - unter der Nebenbedingung einer gewissen Versorgungssicherheit für die Bevölkerung - zum Abbau unterausgelasteter Kapazitäten.
- Die Beschäftigung in diesem Bereich wird um rund 9 % zwischen 2003 und 2007 steigen. Zugleich stehen die Verbesserung der Arbeitszeitgestaltung der Krankenhäuser und ein entsprechender Personalaufbau auf der politischen Agenda. Da in den kommenden Jahren obendrein die Tariflohnsteigerungen kräftiger ausfallen, tendiert die Lohnquote somit weiter nach oben. Vor diesem Hintergrund bleibt die Ertragskraft der stationären Gesundheitsdienstleistungen im Prognosezeitraum trotz der tendenziellen Förderung der stationären Versorgung durch das "Gesundheitssystem-Modernisierungsgesetz" unter Druck. Über die Einnahmen und Ausgaben der Krankenversicherungen ist die Branche an die gesamtwirtschaftliche Konjunktur-, Beschäftigungs- und Einkommensentwicklung angekoppelt.
- Zugleich kommen mit der Bevölkerungsentwicklung aber strukturell bedingte Nachfragestabilisatoren zum Tragen. Insgesamt ist die Konjunkturabhängigkeit daher etwa durchschnittlich ausgeprägt. Vorwiegend die durch staatliche Eingriffe gestörte Wettbewerbsfähigkeit und die ungünstige Lohnkostenentwicklung tragen zur Gefährdung der Branche bei. In der Gesamtbewertung ist das Branchenrisiko daher als überdurchschnittlich einzustufen.

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