
Durch mehr Praxis im Unterricht die Lust am Fach Physik steigern und Arbeitnehmer von morgen schon in der Schule fördern - das ist das Ziel des Projektes "Schulphysik-Offensive Optimaler Lernerfolg" (SchulPOOL) der Fachgruppe Physik an der Bergischen Universität, sowie Unternehmen und Gymnasien des Bergischen Städtedreiecks im Rahmen der strategischen Linie "Lebendige Unternehmenskultur" der Regionale 2006.
Das zurückgehende Interesse von Schülerinnen und Schülern am Fach Physik ist allgemein bekannt. Der Grund hierfür liegt in dem für die Schüler als lebensfremd empfundenen Stoff, es fehlen Experimentiermöglichkeiten, denn in den Schulen gibt es häufig nur unvollständige, defekte und vor allen Dingen veraltete Sammlungen von Schulversuchen.
Die Folge: wichtiges Grundwissen und die Freude an der Physik bleiben auf der Strecke, den Schülern ist der Zugang zum Physikstudium und damit zu den meisten ingenieurwissenschaftlichen Studiengängen nur noch schwer möglich. Eine fatale Folge für die von klein- und mittelständischen Unternehmen geprägte Wirtschaftsregion Bergisches Städtedreieck mit ihrem großen Bedarf an Ingenieuren, denn der Nachwuchs bleibt aus.

Um dieser Entwicklung entgegen zu wirken und bei den Schülern wieder den Spaß an der Physik durch stärkeren Praxisbezug zu wecken, hat die Fachgruppe Physik der Bergischen Universität bereits Anfang 2002 mit finanzieller Unterstützung der Robert-Bosch-Stiftung verschiedene Versuchsbausätze so aufbereitet und zusammengestellt, dass sie von mehreren Schulen der Region gemeinsam und effektiv genutzt werden können. Diese können von den Lehrern online angefordert, mittels kommerzieller Fahrdienste zu den Schulen befördert und dort in wenigen Minuten aufgebaut und von den Schülern benutzt werden.
Das Konzept kam bei den Schulen sehr gut an. Durch die zusätzlichen Experimentiermöglichkeiten wurde bei den Schülern neues Interesse an der Physik geweckt.
Nach diesen Erfahrungen wurde eine zweite, ergänzte Phase gestartet. Die Experimente wurden durch PC-gestützte Versuchsauswertung erweitert. Außerdem
wurden für Oberstufenschüler zusätzlich zwei sogenannte „Versuche des Unipraktikums“ entwickelt, die nicht ausgeliehen werden, sondern an Räumen der Universität durchgeführt werden.
Die zweite Phase des Projektes wird durch Unternehmen aus der Region finanziell unterstützt, die damit die potenziellen Arbeitnehmer von morgen schon in der Schule fördern. Mittlerweile sind 19 Unternehmen mit "im Boot" und die Finanzierung ist damit gesichert.
Über die rein finanzielle Beteiligung hinaus lassen mehrere dieser Unternehmen nach Absprache Schulklassen in ihre Produktion "hineinschnuppern", was Vorteile für beide Seiten mit sich bringt - die Schüler erleben hautnah die praktische Anwendung des in der Schule gelernten und die Unternehmen können schon frühzeitig Kontakte zu potenziellen zukünftigen Mitarbeitern knüpfen.
SchulPOOL ist damit ein mustergültiges Projekt der Einbindung von Unternehmen in die Gestaltung ihrer Region und kann und soll beispielgebend für weitere Projekte sein, die auf der "Lebendigen Unternehmenskultur" des Bergischen Städtedreiecks basieren.
Dabei ist der Erfolg von SchulPOOL mittlerweile auch über die Grenzen der Region hinaus gewachsen. Inzwischen nutzen 47 Schulen das Angebot, die zwar zum großen Teil aus dem Bergischen Städtedreieck kommen, aber z.B. auch aus Köln, Düsseldorf, Oberhausen oder Krefeld.
Weitere Informationen unter http://www.schulpool.uni-wuppertal.de/. 


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