| Die regionalen Handlungsfelder im Kompetenzfeld Automotive |


Automobilzulieferer werden zum Wachstumsmotor: Das Segment der Automobilzulieferer wird weltweit bis 2015 um 70 Prozent wachsen. Alle Module des Autos werden von dem Wachstumsschub profitieren können, besonders aber Elektrik und Elektronik. Hat das Durchschnittsauto heute Elektrik und Elektronik im Wert von 2.220 Euro an Bord, so werden es im Jahr 2015 4.150 Euro sein.
Verlangsamung des Konzentrationsprozesses: Der Konzentrationsprozess der Branche verlangsamt sich. Die weltweit 5.500 Zulieferer werden sich bis 2015 auf etwa 2.800 verringern, und von den 12 unabhängigen Automobilkonzernen BMW, Daimler Chrysler, Fiat, Ford, GM, Honda, Porsche, PSA Peugeot Citroën, Renault/Nissan, Rover, Toyota und Volkswagen werden dann vermutlich noch 9 bis 10 eigenständig sein.
Verringerung der Produktionstiefe der Automobilhersteller: Bei zunehmender Konzentration der Automobilhersteller auf das "Downstream"-Geschäft verlagern sich Entwicklung und Produktion zunehmend in die Zulieferindustrie. Bereits heute entwickeln und bauen die Hersteller ihre Autos nur noch zu 35 Prozent selbst - pro "Durchschnittsauto" beträgt die Eigenleistung derzeit noch 4.000 Euro. Bis zum Jahr 2015 wird sie auf 2.670 Euro oder 23 Prozent sinken, der Rest wird durch Zulieferer und Dienstleister erbracht. Besonders betroffen von dieser Entwicklung sind Karosserie, Blech, Lackierung und Fahrwerk. Die Wertschöpfung der Zulieferer wird sich dabei um 283 Mrd. Euro erhöhen.
Neue Formen der Zusammenarbeit: Die etablierte Hierarchie von Automobilherstellern und Zulieferern der ersten und zweiten Ebene bleibt auch bis 2015 die dominierende Form der Zusammenarbeit. Allerdings wird sie nur noch 65 Prozent der automobilen Wertschöpfung betreffen. Eine Reihe neuer Geschäftsmodelle wie Systemkooperationen, Produktionskooperationen, Engineering-Dienstleister, Spin-Offs oder Auftragsfertigung werden die Zusammenarbeit in der Branche erheblich verändern, so dass die Gesamtwertschöpfung bis 2015 um mehr als 250 Milliarden Euro wächst. Studien identifizieren mehr als 20 neue Zusammenarbeitsformen, mit denen sich eine neue Qualität in der Zusammenarbeit zwischen Automobilherstellern, Zulieferern und Dienstleistern erreichen lässt.
Innovative Organisationskonzepte an Stelle einer kostenorientierten Auslandsproduktion: Der Beitrag innovativer Organisationskonzepte als Modernisierungmaßnahme zur Produktivitätssteigerung ist in den letzten Jahren zunehmend erkannt worden. Durch die Einführung von Gruppenarbeit, die Dezentralisierung von Funktionen, die Implementierung von Verfahren der kontinuierlichen Verbesserung (KVP) und die Integration verteilter Aufgaben zu ganzheitlichen Arbeitsplätzen können ebenso effizienzsteigernde Wirkungen entfaltet werden, wie durch eine Reorganisation funktional gegliederter Produktionsstrukturen hin zu produkt-spezifischen Segmenten oder die Aufgliederung von Zentralabteilungen. Es zeigt sich, dass die Automobilzulieferer, die aus Gründen der Senkung von Faktorkosten ins Ausland gehen, innovative Organisationskonzepte in ihren inländischen Produktionsstätten deutlich weniger nutzen. Für First Tier Supplier ist die Bedeutung von Auslandsproduktionen sehr viel höher, als für die Second Tier Supplier, bei letzteren entspricht das Auslandsengagement dem des Verarbeitenden Gewerbes.
Kompetenz- und Kapazitätennetzwerke: Das Überleben vieler Industrieunternehmen wird deshalb ganz entscheidend davon abhängig sein, ob es gelingt, Kostensenkungspotenziale zu nutzen. Regionale Potentiale dazu liegen in einer verbesserten Transparenz von Maschinenkapazitäten und Unternehmenskompetenzen für die Arbeitsteilung. 
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